Himmelsanker „to go“ lud zur Kirchento

Die frühsommerlichen Temperaturen am verlängerten Pfingstwochenende waren nicht zuletzt verantwortlich, dass sich viele Gemeindemitglieder verschiedener Kirchengemeinden im Nürtinger Umland auf den Weg machten, um einen mobilen Gottesdienst der besonderen Art zu erleben. Während die Gläubigen in Wendlingen auf eine phonetische Weltreise geschickt wurden und ihre Sprachkenntnisse testen konnten, gab es in Bodelshofen einen der seltenen Öffnungstage der Jakobskirche. Dort konnten sich die „Pfingstpilger“ ein eigenes Erlebnisbüchlein basten und die schmucke, kleine Kirche besichtigen. In Reudern erlebten die Gemeindemitglieder eine musikalische Rundreise. Einige waren zu Fuß unterwegs und erzählten bei der Rückkehr zur Friedenskirche, dass man auf dem Spaziergang sogar den Hohenzollern sehen konnte. Andere strampelten den Musikweg mit dem Fahrrad ab. Pfarrerin Kornelia Stysch leitete die Pilger vor der Friedenskirche an und überreichte in gebotenem Abstand den Himmelsanker „to go“. Sie zeigte sich am gestrigen Pfingstmontag begeistert: „Heute waren schon 30 Kinder und Erwachsene da, die den Rundweg absolvierten.“ In Köngen zog die Ausstellung „Mädchentreffen am Pfingstmontag“ viele Menschen zur Peter- und Paulskirche. Dort konnten sie schriftliche Zeitzeugen der verbotenen Treffen vor 80 Jahren bewundern. In Unterensingen hatten die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde in der Michaelskirche mit Egli-Figuren dargestellt, wie der Heilige Geist die Jünger Jesu beflügelte, sein Vermächtnis in die Welt hinauszutragen. Viele Glückwünsche zum Geburtstag der Kirche hingen vor der Bartolomäuskirche in Oberboihingen. Der Heilige Geist hauchte damals den Jüngern den Mut ein, damit sie sich auf den Weg zu machten, um weltweit vom Leben Jesu zu berichten.

Von einem Moment zum anderen ist alles anders:

Nahezu alle Menschen sind heraus-gefordert, den Alltag neu zu organisieren. Einige müssen sehr viel mehr Zeit alleine verbringen, als sie gewohnt sind und auch der Seele gut tut. Um Hilfe zu bitten wird zur Aufgabe auch für die, die sich fit fühlen, aber zur „Risikogruppe“ gehören. Und NEIN zu sagen, wenn die Betreuung der Enkel auf wackeligen Beinen steht, fällt niemandem leicht. Es wirkt, als sei unser ganzes Leben viel zerbrechlicher, als noch vor ein paar Tagen. Eine große Unsicherheit ist zu spüren - und niemand weiß, wie gut wir die Aufgabe bewältigen, die vor uns liegt.

Sicher ist: wir müssen neue Wege finden, um uns mit anderen Menschen verbunden zu wissen. Das ist vermutlich eine der größten Herausforderungen im Moment.

Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!


Das ruft Jesus seinen Freundinnen und Freunden zu, als die von den Unsicherheiten, die sie unterwegs erlebt haben, sehr herausgefordert waren. Damals hieß es, dass „böse Geister“ ihr Unwesen trieben. Heute heißt der böse Geist Corona – und er bringt das Leben gehörig durcheinander. Als Kirchen möchten wir dazu beitragen, dass auch in dieser schwierigen Zeit Verbindungen entstehen, die hilfreich sind und die Halt und Sicherheit geben.

Täglich läuten ab jetzt um 19.30 Uhr in sehr vielen  Gemeinden in Württemberg, evangelisch wie katholisch, - die Glocken und erinnern daran, inne zu halten. Sie können sicher sein: Sie sind nicht allein. Viele Menschen im Ort werden ebenfalls jeder an seinem Platz dabei sein, um zwischen Himmel und Erde für ein paar Momente aufzuhören mit dem Alltäglichen. Auch unser Landesbischof ermutigt dazu, während dieser Stille und Gebetszeit eine Kerze ins Fenster zu stellen als „ein Zeichen des christlichen Miteinanders und der Solidarität mit den am Corona-Virus Erkrankten sowie den unter Quarantäne stehenden Betroffenen.“

 Einen Anker werfen. Zusammen glauben, beten und hoffen, dass auch in Krisenzeiten der Anker hält und Gott jeden Namen kennt:

Wenn Sie mögen: feiern Sie ein kleines Hausgebets-Ritual. Alleine oder mit denen, die um Sie sind.

Behüt‘ Sie Gott.
Ihr Pfarrer Reinhard Spielvogel
 

Haus: Gebet

Glockengeläut
Wenn Sie mögen: Zünden Sie eine Kerze an!

Stille

Gebet

Gott,
ich bin hier.
Und Du bist hier.
Ich bete zu Dir.
Und weiß: ich bin verbunden.
Mit Dir.
Mit anderen, die zu Dir beten.
Genau jetzt.
Genau so.
Ich bin hier.
Und Du bist hier.
Das genügt.
Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Gott, höre mein Gebet.
Amen.
 

Psalm 34
(oder ein anderer Psalm)

Ich will den Herrn loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, dass es die Elenden hören und sich freuen.
Preiset mit mir den Herrn, und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. Amen.

Stille

Lied

www.cantico.me oder aus Ihrem Gesangbuch / Gotteslob oder aus dem Kopf J
 

Fürbitten

Gott,
wir sind verbunden.
Als Menschen mit Menschen.
Als Glaubende miteinander.
Als Glaubende und Menschen
mit Dir.
Wir sind verbunden mit dem Himmel.
Wir bringen vor dich, was uns beschäftigt. Was Sorgen macht. Und wir bringen dir unseren Dank.

Stille

Wir denken an alle, die wir lieben.

Stille

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind als sonst.

Stille

Wir denken an alle Kranken.
Auch an die Kranken in Kranken-häusern und Pflegeheimen.

Stille

Wir denken an alle, die helfen.
Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein für alle.

Stille

Gott,
wir sind mit dir verbunden.
Und wir sind miteinander  verbunden. In Gedanken, aber vor allem: im Herzen.
Wir beten zu dir mit den Worten die uns alle verbinden:

Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Hände öffnen und laut sprechen:

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen

Kerze auspusten nicht vergessen!