Sommer

Ich wünsche dir die zärtliche Ungeduld des Frühlings, das milde Wachstum des Sommers, die stille Reife des Herbstes und die Weisheit des erhabenen Winters.

Irischer Segen

Gott will, dass wir fröhlich seien, und hasst die Traurigkeit. Denn wenn er wollte, dass wir traurig sein sollten, gäbe er nicht die Sonne, Mond und die Früchte der Erde, gäbe er Finsternis, ließe nicht mehr die Sonne aufgehen und den Sommer zurückkehren.
Martin Luther

Geh aus, mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerszeit an deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.
Paul Gerhardt

Sommergedanken von Hanns Dieter Hüsch:

Blumenwiese

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Im Übrigen meine ich, dass Gott unser Herr uns einen großen Sommer schenke,
den Familien einen Korb voll Ruhe und viele hoffnungsvolle Blicke auf Grün und Blau,
Wiesen und Wasser und weiße Strände – leise Monate,
dass er das Geschrei aus der Welt nimmt und Stille verordnet.
Alle können wir daran mittun und daran arbeiten, dass das Leben langsamer verläuft,
dass die Welt alle Aufregung verliert und die Menschen sich länger ansehen können
um sich zu sagen : wir lieben euch!
Möge diese Stille denen überall in die Ohren blasen,
die unsere Zeit noch schneller machen möchten und damit noch kürzer, noch atemloser.
Und wir wollen unseren Herrgott abermals bitten, dieses Ansinnen von uns überall zu segnen.
Und weil es sein muss – sofort und immerdar.
Danke und Amen

An einem schönen Sommerabende

Lieblich senkt die Sonne sich, 
Alles freut sich wonniglich
in des Abends Kühle! 
Du gibst jedem Freud und Rast,
labst ihn nach des Tages Last
und des Tages Schwüle. 
Horch, es lockt die Nachtigall,
und des Echos Widerhall
doppelt ihre Lieder!  
Und das Lämmchen hüpft im Tal, 
Freude ist jetzt überall,
Wonne senkt sich nieder!
Wonne in des Menschen Brust,
der der Freud ist sich bewusst,
die ihm Gott gegeben, 
die du jedem Menschen schufst,
den aus nichts hervor du rufst 
Auf zum ew'gen Leben.

Theodor Storm