Der Wunsch nach einer Flöte war der Anfang

 

Die Anfänge des Unterensinger Posaunenchors

... eigentlich wollte er sich eine Flöte kaufen, so dachte sich der damals 15- jährige Gottlob Remppis Ende 1925.
Dieser Wunsch nach einer Flöte war der Anfang der Geschichte unsres Posaunenchors in Unterensingen.
Durch seine Lehre in Oberboihingen hatte Gottlob Remppis Verbindung zum dort bereits bestehenden Posaunenchor. Der Pfarrerssohn Richard Lörcher, der
spätere Landesposaunenwart im Westdeutschen Jungmännerbund, ermunterte ihn, sich anstelle der Flöte ein Kuhlohorn zu kaufen.
Ohne Zögern ging der junge Gottlob das Risiko ein.
Das Horn kostete 90 Reichsmark, eine gewaltige Summe, wenn man bedenkt, dass ein Arbeiter damals einen Stundenlohn von etwa 45 Pfennig hatte.
Wenig später beschafften sich auch Imanuel Pfisterer, Wilhelm Stephan und Otto Beckmann ebenfalls solche Instrumente.

Nachdem jeder zu Hause die Tonleiter eingeübt hatte, trafen sie sich am Dittenbach und übten zusammen den Choral: "Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn ... "
Weitere Übungsstunden wurden reihum in den Wohnungen oder im Steinbruch in der Greuth abgehalten.

Bald schon blies man, der Chor vergrößerte sich rasch, alle zwei Wochen sonntags vom Turm, bis dann an Pfingsten 1926 zum ersten Male (nach etwa 3 Monaten Übungszeit) in der Kirche geblasen wurde.

1927 zählte der Chor bereits 8, 1930 dann 14 Bläser.

Es bestand also ein großer Bedarf an Instrumenten. Vom Posaunenchor in Grötzingen, dem bald nach seiner Gründung wieder die Luft ausgegangen war, wurde ein Piston-Horn gekauft.

Im knapp 70 km entfernten llllngen konnte für 165 Reichsmark ein großer Bass,
ein so genanntes Bombardon, gebraucht erstanden werden. Die kostbare,
empfindliche Fracht wurde von Imanuel Pfisterer und Adolf Heinzelmann mit
Fahrrädern auf dem Buckel nach Unterensingen transportiert.

Der erste Chorleiter war Imanuel Pfisterer, der sich von Anfang an intensiv auf
Lehrgängen fürs Blasen und Dirigieren schulte. Bei einem Chorleiter-Lehrgang im
Monbachtallernte er den so genannten "Posaunengeneral" Pastor Kuhlo, von
dem das Kuhlohorn seinen Namen hat, kennen.

Oft nahm der Chor aktiv an Veranstaltungen in und außerhalb der eigenen
Gemeinde teil.

Das Dritte Reich war eine Zeit der Entscheidung und schwerer Anfechtungen für
den örtlichen CVJM und den Posaunenchor.

Der Chor schrumpfte konnte aber weiterhin seinen Dienst ausüben.

Im Krieg allerdings kam die Posaunenarbeit infolge von Einberufungen und
dem Verbot der freien Verbände zum Erliegen.

Wieder war es in Oberboihingen, wo sich 1946 Posaunenchorbläser zu
Übungsstunden trafen.

Als einzigster Vorkriegsbläser gesellte sich unser Gottlob Remppis dazu.
Mit weiteren Anfängern konnte bald auch wieder in Unterensingen geblasen
werden.

Seit dieser Zeit wird nun in Unterensingen ohne Unterbrechung zu Gottes Lob und Ehre geblasen. Gott sei Lob und Dank dafür!

Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn

1) Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn,
wir dürfen ihn gar Abba Vater nennen;
wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn,so sehn wir ihn von zarter Liebe brennen.
Dies Wort gibt uns im Kampfe Kraft und Mut: Der Herr ist gut.

6) Der Herr ist gut und sieht in Gnaden an
den schlichten Dienst der Knechte, die ihn lieben.
Er gibt mehr Lohn, als man erwarten kann;
kein kühler Trank ist unvergolten blieben:
er gibt dafür die ganze Segensflut. Der Herr ist gut.

7) Der Herr ist gut. Fallt nieder vor dem Thron!
Wir sind zum Segen herzlich eingeladen.
Lobt unsern Gott, lobt seinen lieben Sohn,
lobt seinen Heilgen Geist, den Geist der Gnaden!
Lobt ihn für alles, was er ist und tut! Der Herr ist gut.